Österreich-Ungarn
Zur
Zeit des Römischen Reiches bildete ein Teil des
heutigen Österreich die römische Provinz
Noricum, die bei der Teilung des Römischen
Reiches an das Weströmische Reich kam. Nach dem
Zerfall des Weströmischen Reiches gehörte das
österreichische Gebiet zum Reich der Ostgoten.
Im 6. Jahrhundert wanderten slawische Stämme und
die Awaren ein. Nach der Zerschlagung des Reiches
der Awaren um 803 errichtete der fränkischew
Kaiser Karl D.Gr. die Pannonische Mark. Die
Teilung des Frankenreiches schwächte das Land
zunächst, so daß die Mark von den Madjaren
eingenommen werden konnte. 955 konnte das Gebiet
jedoch zurückerobert werden und eine neue
Grenzmark, die Ostmark, errichtet und ein
Markgraf eingesetzt werden. Die Ostmark umfaßte
das Gebiet des heutigen Niederösterreich. 1156
wird Österreich, wie die Mark nun genannt wurde,
zum Herzogtum erhoben. 1180 erwarb Österreich
die Steiermark als Lehen. 1282 wurden die
Habsburger mit dem Herzogtum Österreich und
Steiermark belehnt. 1335 kamen Kärnten und Krain
an die Habsburger, 1363 konnte Tirol erworben
werden. 1379 erfolgte eine Erbteilung in eine
Albertinische und eine Leopoldinische Linie, die
sich 1406 nochmals teilte. 1493 konnte Kaiser
Maximilian den gesamten habsburgischen Besitz in
seiner Hand vereinen. 1526 konnten die Habsburger
durch einen habsburgisch-jagielonischen
Erbvertrag Böhmen, Mähren, Schlesien, Kroatien
und Ungarn gewinnen. Von Südosten versuchten
jedoch die Türken 1529 Wien zu erobern. Die
Belagerung der Stadt mußte jedoch erfolglos
abgebrochen werden und die Türken wurden
zurückgedrängt. Dennoch blieb ein großer Teil
Ungarns von den Türken besetzt. Im 1.
Türkenkrieg konnten die Türken
zurückgeschlagen werden. Der 2. Türkenkrieg der
1683 begann, führte zunächst in eine erneute
Belagerung Wiens. Nach wochenlanger Belagerung
konnte Wien schließlich mit Hilfe kaiserlicher
und polnischer Truppen befreit werden und die
Türken erlitten 1687 eine schwere Niederlage.
Sie mußten Ungarn zwischen Theiß und Drau
räumen. Im Preßburger Reichstag 1687 erkannten
die ungarischen Stände den habsburgischen
anspruch auf die ungarische Stephanskrone an.
1699 wurde im Frieden von Karlowitz der 2.
Türkische Krieg endgültig beendet. Damit wurde
der habsburgische Besitz von Ungarn,
Slawoniensund Siebenbürgen gesichert. Im
Spanischen Erbfolgekrieg 1701-14 erwarb Habsburg
den Besitz der Spanischen Niederlande dem
Herzogtum Mailand, dem Königreich Neapel und
Sardinien. Sardinien wurde 1720 gegen Sizilien
getauscht. 1735 verlor Österreich im polnischen
Thronfolgekrieg Neapel-Sizilien an Spanien. Im
Türkenkrieg von 1716-18 konnte Österreich im
Frieden von Passarowitz das Banat, den westlichen
Teil der Walachei und Nordserbien mit Belgrad
gewinnen. 1739 verlor Österreich jedoch Serbien
und die Walachei wieder an das Osmanische Reich.
Der österreichische Erbfolgekrieg 1741-48
brachte nicht nur den Verlust Schlesiens an
Preußen, sondern auch eine bis 1866 andauernde
Auseinandersetzung Preußens und Österreichs um
die Vormachtstellung in Deutschland. Durch die 1.
Polnische Teilung 1772 erwarb Österreich das
Königreich Galizien und Lodomerien, in der 3.
Polnischen Teilung Westgalizien. Am 11.08.1804
ließ sich der deutsche Kaiser Franz II. als
Antwort auf die Krönung Napoléons zum Kaiser
von Österreich krönen. Als sich 16 deutsche
Fürsten unter der Protektion Napoléons zum
Rheinbund zusammenschlossen und den Austritt aus
dem Heiligen Römischen Reich erklärten, legte
Franz die römisch-deutsche Kaiserkrone nieder.
Damit war das Heilige Römische Reich Deutscher
Nation erloschen. Die napoléonische Zeit brachte
den Verlust der italienischen, niederländischen
und vorderösterreichischen Gebiete, sowie den
Verlust Tirols, Salzburgs und Kroatiens, die als
Illyrische Provinz Frankreich angeschlossen
wurden. Auf dem Wiener Kongreß 1814/15 konnte
Österreich einen Teil diese Gebiete wieder
zurückgewinnen und erhielt zusätzlich die
Lombardei und Venetien. Die Österreichischen
Niederlande wurden mit den Niederlanden
vereinigt, Vorderösterreich fiel an Baden und
Württemberg. Österreich-Ungarn wurde nur mit
seinem vormals zum Deutschen reich gehörigen
Territorium Mitglied des neugeschaffenen
Deutschen Bundes, in dem Österreich
Präsidialmacht wurde. Ungarn, Siebenbürgen,
Galizien, Kroatien, Slawonien, Dalmatien und
seine italienischen Besitzungen blieben
außerhalb des Bundes. 1848 kam es in Österreich
und Ungarn zu Aufständen, die jedoch
niedergeschlagen werden konnten. 1866 kam es
zwischen Preußen und Österreich zum Deutschen
Krieg, der mit der Niederlage Österreichs
endete. Österreich mußte der Auflösung des
Deutschen Bundes und der Neugestaltung
Deutschlands unter preußischer Führung ohne
Österreich zustimmen. Außerdem mußte
Österreich der Forderung der Ungarn nach einem
staatlichen Dualismus zustimmen.
Österreich-Ungarn wurde eine Doppelmonarchie.
1878 okkupierte Österreich-Ungarn das osmanische
Bosnien-Herzegowina und das Sandschak. Am
05.10.1908 annektierte Österreich-Ungarn Bosnien
und Herzegowina. Das Sandschak wurde 1913
zwischen Montenegro und Serbien geteilt. Mit der
Ermordung des österreichischen Thronfolgers
Franz Ferdinand in Sarajewo am 28.06.1914 durch
serbische Nationalisten brach am 28.07.1914 mit
der Kriegserklärung gegen Serbien der 1.
Weltkrieg aus. Obgleich am 16.10.1918 ein Bund
von Nationalstaaten in Österreich-Ungarn
proklamiert wurde, nutzten die nichtdeutschen
Nationalitäten, sich aus dem Verband der
Donaumonarcie zu lösen. Am 28.10.1918 kam es in
Prag zum Umsturz und am 29.10.1918 erklärten
sich die südslawisczhen Gebiete für
selbständig und schlossen sich am 01.12.1918 dem
Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen an.
Am 01.11.1918 entband der österreichische Kaiser
die ungarische Regierung des Treieeides, die am
16.11.1918 die Republik Ungarn proklamierten. Die
sich am 21.10.1918 konstituierte Provisorische
Nationalversammlung des "selbständigen
deutschösterreichischen Staates proklamierte
nach der Verzichtserklärung Karls I. vom
11.11.1918 am 12.11.1918 die Republik
Deutschösterreich und den Anschluß an das
Deutsche Reich.
Österreich
Der
Friedensvertrag von St.Germain von 1919 legte die
Grenzen Österreichs fest, wobei das Burgenland
erst nach einer Volksabstimmung 1921 an
Österreich kam. Der Vertrag verbot außerdem den
Anschluß an Deutschland und die Führung des
Namens Deutschösterreichs. Innenpolitische
Spannungen und die versehentliche
Selbstaußerkraftsetzung des Nationalrats nutzte
der seit Mai 1932 amtierende Bundeskanzler
e.Dollfuß dazu, ein autoritäres Regime
einzuführen (Austrofaschismus). Parteien und
Gewerkschaften wurden verboten. Am 25.07.1934
fiel Dollfuß einem Putschversuch zum Opfer. Die
Nachfolgeregierung unter Schuschnigg versuchte
mit Deutschland zu einem Ausgleich zu kommen,
mußte sich jedoch dem Druck Hitlers am
12.02.1938 beugen und mit Seiß-Inquart einen
Nationalsozialisten in die Regierung aufnehmen.
Als die österreichische Regierung am 10.03.1938
eine Volksabstimmung zugunsten der
österreichischen Selbständigkeit für den
13.03.1938 ansetzte, marschierten am 12.03.1938
deutsche Truppen in Österreich ein.
Bundeskanzler Schuschnigg trat daraufhin zurück.
Auf Druck des Deutschen Reiches mußte der neue
österreichische Bundeskanzler Seyß-Inquart ein
Gesetz über den Anschluß Österreichs an das
Deutsche Reich unterzeichnen. Eine
Volksabstimmung vom 10.04.1938 bestätigte den
Anschluß mit 99,73%. Nach dem 2.Weltkrieg wurde
am 27.04.1945 eine provisorische Regierung
gebildet, die sofort die Unabhängigkeit
Österreichs proklamierte. Durch ein Abkommen der
Alliierten wurde Österreich in den Grenzen von
1937 wiederhersgestellt und in vier
Besatzungszonen geteilt. Am 15.05.1955 erhielt
Österreich seine volle Souveränität zurück.
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