TÜRKEI
REPUBLIK TÜRKEI
TÜRKIYE CUMHURIYETI
 

seit 1923
 
Das Staatsemblem, das mit der Ausrufung der Republik eingeführt wurde, ist abgeleitet vom Emblem des Osmanischen Reiches und zeigt ein rotes Oval mit dem Halbmond und dem füfnzackigen Stern. Der Stern ist umgeben von einem goldenen Schriftzug mit Staatsnamen in Türkisch "Türkiye Cumhuriyeti" (Republik Türkei). Die Republik wurde 1923 gegründet.
 

 
Daten
zurück
 
Fläche 779.452 km²
Einwohner 63.745.000 Ew
Bevölkerungsdichte 82 Ew/km²
Hauptstadt Ankara
Staatsform Republik, seit 1923
Unabhängigkeit alte staatl. Tradition, Ausrufung der Republik am 29.10.1923
Verwaltungsgliederung 79 Provinzen
 

In der Antike gab es auf dem Gebiet der heutigen Türkei zahlreiche griechische Staaten, die im 2. Jahrhundert v.Chr. unter römischen Einfluß gerieten und im 1. Jahrhundert v.Chr. ein Teil des Römischen Reiches wurden. Nach der Teilung des Römischen Reiches gehörte dieses Gebiet zum Oströmischen Reich, aus dem sich das Byzantinische Reich entwichelte. 1204 brach das Byzantinische Reich zusammen und es bildeten sich im Nordwesten das Lateinische Kaiserreich und das Kaiserreich Nikaia, im Nordosten das Kaiserreich Trapezunt, im Süden das Königreich Klein-Armenien. Den Hauptteil der heutigen Türkei, in Anatolien, bildete das Sultanat der Rum-Seldschuken. Dieses Emirat zerfiel jedoch im 13. Jahrhundert in zahlreiche türkische Emirate. 1326 wurde im äußersten Nordosten der asiatischen Türkei, am Bospurus, das Osmanische Reich begründet. 1336 konnte das Osmanische Reich sein Gebiet nach Westen mit der Eroberung von Karasy erweitern und errichtete 1354 nahe Gallipoli (Gelibolu) den ersten Stützpunkt auf europäischem Boden. 1361 wurde Adrianopel (Edirne) eingenommen die kurz darauf Hauptstadt des Osmanischen Reiches wurde. Das Byzantinische Reich, das Anfang des 15. Jahrhunderts auf kleine Restgebiete auf dem Peloponnes, eine griechische Inseln und die Stadt Konstantinopel geschrumpft war, mußte den Status eines tributpflichtigen Vasallen hinnehmen. 1371 wurde Thrakien und Makedonien osmanischer Besitz. 1389 wurde Serbien in derSchlacht auf dem Amselfeld (Kosovo) vernichtend geschlagen und wurde ein tributpflichtiges Fürstentum des Osmanischen Reiches. Bis 1393 eroberten die Osmanen den größten Teil Bulgariens und Thessaliens. 1395 und erneut 1415 wurde die Walachei ein osmanischer Vasallenstaat, ging 1448 an Ungarn verloren, konnte jedoch 1467 wieder tributverpflichtet werden. Das Fürstentum Moldau wurde 1456 ein osmanischer Vasallenstaat. 1463 wurde Bosnien erobert. Albanien wurde nach der Niederschlagung des Aufstandes des Skanderbeg 1466/67 bis 1479 vom Osmanischen Reich erobert. Bereits bis 1461 hatte das Osmanische Reich nahezu den gesamten griechischen Raum erobert. Nur Rhodos konnte seit 1309 vom Johaniterorden gehalten werden und die Ionischen Inseln und Kreta blieben im Besitz Venetiens. Montenegro wurde 1482 ein osmanischer Vasallenstaat. 1479 konnten die Osmanen die Ionischen Insweln erobern, verloren sie jedoch 1500 wieder an Venezien. Bereits am 29.05.1453 wurde mit der Eroberung Konstaninopel das Byzantische Reich endgültig zerschlagen. Konstantinopel wurde Hauptstadt des Osmanischen Reiches. 1468 wurde in Anatolien Karaman, 1474 Kleinarmenien erobert. 1482 wurde die Herzegowina und 1484/1503 Bessarabien besetzt und annektiert. Das Chanat der Krimtataren mußte 1475/78 die Tributherrschaft der Osmanen anerkennen. 1516/17 wurden Syrien, Ägypten und Hedschas mit den heiligen Stätten von Mdina und Mekka erobert, und bis Mitte des 16. Jahrhunderts konnte das gesamte Nordafrika der tributpflicht des Osmanischen Reiches unterworfen werden. 1522 vertrieben die Osmanen den Johaniterorden von der Inswel Rhodos. 1521 überschritt das Osmanische Heer die Donau und besetzte bis 1541 große Teile Ungarns. 1529 standen türkische Truppen vor Wien, wurden jedoch wieder zurückgeschlagen. 1529 kam Algier, 1551 Tripolitanien, 1570/71 Zypern und 1574 Tunesien unter osmanische Herrschaft. 1541 wurde das Fürstentum Siebenbürgen osmanischer Vasall. 1565 versuchten die Osmanen, die Insel Malta zu erobern und den dort ansässigen Johaniterorden zu vertreiben. Nach wochenlanger Belagerung der Insel konnte der Orden jedoch siegen und die Türken vernichtend schlagen. Im 6. türkisch-venezianischen Krieg wurde 1669/70 Kreata erobern, im Krieg mit Polen 1672-76 Podolien und die polnische Ukraine. Mit dem Vorstoß nach Wien 1683 und dessen vergebliche Belagerung begann der Niedergang des Osmanischen Reiches. Der folgende große Türkenkrieg 1683-99 ende 1699/70 mit den Friedensverträgen von Karlowitz und Konstantinopel, in denen das Osmanische Reich die Peloponnes und Athen an Venedig, Dalmatien, Ungarn Kroatien, Slawonien und Siebenbürgen an Österreich und Podolien, die polnische Ukraine und Asow an Polen abtreten muß. Im Frieden von Passarowitz verlor das Osmanische Reich das Banat, Nordserbien und die Kleine Walachei an Österreich. Nordserbien und die Kleine Walachei konnten 1739 zurückerobert werden. In Friedensschlüssen mit Rußland 1774 und 1792 wurde das Osmanische Reich gezwungen, alle Gebiete nördlich des Schwarzen Meeres bis zum Dnjestr aufzugeben. 1812 mußten die Osmanen im Frieden von Bukarest, der den Russisch-türkischen Krieg von 1806-12 beendete, Bessarabien an Rußland abtreten. Nach dem russisch-türkischen Krieg von 1828/29 mußte das Osmanische Reich im Frieden von Adrianopel 1829 und im Londoner Protokol 1830 die Atonomie Serbiens, die seit 1817 bestand, sowie der Moldau und der Walachei und die Unabhängigkeit Griechenlands anerkennen. Zudem mußten die kaukasischen Gebiete an Rußland abgetreten werden. Nach dem russisch-türkischen Krieg 1877/78 mußte das Osmanische Reich auf dem Berliner Kongreß 1878 die volle Unabhängigkeit Serbiens, Montenegros und Rumäniens, das aus dem Zusammenschluß der Moldau und der Walachei 1861 entstand, zustimmen. Bulgarien wurde tributpflichtiges Fürstentum und Ostrumelien erhielt die Autonomie. Bosnien und die Herzegowina wurden der Verwaltung Österreichs unterstellt. Zypern wurde Großbritannien zugesprochen. Frankreich, das bereits 1830-70 Algerien annektiert hatte, besetzte 1881 Tunesien und Großbritannien 1882 Ägypten. 1885 mußten die Osmanen die Vereinigung Ostrumeliens mit Bulgarien hinnehmen, das 1908 seine volle Unabhängigkeit erklärt hatte. Österreich hatte im selben Jahr Bosnien und die Herzegowina annektiert und den Sandschak besetzt. Kreta, das 1898 autonom wurde, ging 1908 an Griechenland, das bereits 1881 sein Staatsgebiet im Norden ium Thessalien erweitert hatte. Der italienisch-türkische Krieg 1911/12 endete mit dem Verlust von Tripolis, der Cyrenaika und Rhodos mit dem Dodekanes. Im Balkankrieg 1912/13 gingen nahezu alle europäischen Besitzungen verloren. Süd-Makedonien ging an Griechenland, Nordmakedonien an Serbien, Thrakien wurde bulgarisch und Albanien erlangte seine Unabhängigkeit. Nur ein kleines Gebiet zwischen Adrianopel und Konstantinopel blieb osmanisch. Im 1. Weltkrieg, in dem das Osmanische Reich auf seiten der Mittelmächte kämpfte, gingen auch die arabischen Gebiete verloren; 1917, Irak, 1918 Palästina und Syrien. Im Vertrag von Sérves vom 10.08.1920 mußte das Osmanische Reich auf alle Gebiete außerhalb Kleinasiens verzichten. Griechenland besetzte von 1919-22 Smyrna (Izmir), Istambul (ehem. Konstantinopel) und die Meerengen kamen 1918-23 unter alliierter Verwaltung und das türkische Armenien erlangte 1918 die Unabhängigkeit, wurde 1920 jedoch nach einer russisch-türkischen Aktion wieder türkisch. Im griechisch-türkischen Krieg 1919-22 wurden die Griechen aus den besetzten Gebieten vertrieben. Im Friedensvertrag von Lausanne vom 24.07.1923 gewann die Türkei Teile Ostthrakiens und die uneingeschränkte Kontrolle über Anantolien zurück. Am 29.10.1923 wurde die Türkische Republik proklamiert, nachdem der Sultan 1922 abgesetzt worden war. Im 2.Weltkrieg verhielt sich die Türkei neutral, mußte jedoch auf Verlangen der Alliierten im Februar 1945 Deutschland und Japan den Krieg erklären, als Voraussetzung zur Aufnahme in die neugegründete UN. Am 27.05.1960 kommt es zu einem Militärputsch. 1974 besetzte die Türkei den von türkischen Zyprioten besiedelten Norden Zyperns, um somit dem Anschluß Zyperns an Griechenland zuvorzukommen. 1980 kommt es erneut zu einem Militärputsch. 1989 wird die Militärregierung wieder von einer Zivilregierung abgelöst.
 


bis 1876

1876 - 1923

seit 1923
 

Die Türkei entstand 1923 aus dem Osmanischen Reich. Bis zur Verfassung von 1876 führte das Osmanische Reich ein grünes Oval mit dem silbernen Halbmond auf einem Löwenfell, auf dem der großherrliche Turban lag. Hinter dem Fell kreuzten sich zwei Feldzeichen mit Roßschweifen. Mit der Einführung der Verfassung erhielt das Osmanische Reich ein neues Emblem, das ein rotes Oval mit Halbmond und fünfzackigem Stern zeigt. Mit der Gründung der Republik Türkei behielt man das rote Oval. Es wurde nur etwas modifiziert.
 

     
 

Diese Seite wurde am 23.03.02 aktualisiert.

Sämtliche Zeichnungen, Grafiken und Bilder
wurden erstellt von Christian Siemer

Noch ein Hinweis in eigener Sache.
Diese Seite habe ich nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.
Dennoch kann ich keine Vollständigkeit und Richtigkeit garantieren.
Sollten sich Fehler eingeschlichen haben, freue ich mich über Eure Hinweise.