FRANKREICH
FRANZÖSISCHE
REPUBLIK
RÈPUBLIQUE FRANÇAISE |
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seit 1953 |
| Frankreich führt
seit der Französischen Revolution 1789 kein
Staatswappen mehr. Das oben abgebildete Emblem
ist nur ein Hoheitszeichen, das bei
internationalen Anlässen gezeigt wird. Es zeigt
ein blaues Oval, in dessen Mitte ein
Liktorenbündel steht. Beseitet ist dieses
Liktorenbündel von Eichen- und Olivenzweigen.
Das Schriftband trägt die Aufschrift
"Liberté, Egalité, Fraternité"
(Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit). Das
Ganze ist von einer Großmeisterkette der
Ehrenlegion und dessen Abzeichen umgeben. Das
Emblem wurde 1953 angenommen. |
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| Fläche |
543.965 km² |
| Einwohner |
58.607.000 Ew |
| Bevölkerungsdichte |
108 Ew/km² |
| Hauptstadt |
Paris |
| Staatsform |
Republik, seit 1875 |
| Unabhängigkeit |
Beginn der Staatsgeschichte
843 mit dem Vertrag von Verdun, Teilung des
Frankenreiches |
| Verwaltungsgliederung |
22 Regionen mit 96
Départements |
| Zur Zeit des
Römischen Reiches bildete das heutige Frankreich
die römische Provinz Gallien. Mit der Teilung
des Römischen Reiches fiel Galien an das
Weströmische Reich. Nach dem Zerfall des
Weströmischen Reiches Ende des 5. Jahrhunderts
stellte Chlodewig 482 die Einheit Galiens wieder
her und bildete das Fränkische Reich, das zu
Beginn des 7. Jahrhunderts nicht nur das Gebiet
des heutigen Frankreich umfaßte, sondern auch
den Süden des heutigen Deutschland und die
Benelux-Staaten. Mitte des 9. Jahrhunderts hatte
das Fränkische Reich seine größte Ausdehnung
und reichte von Nordspanien und Rom bis Holstein,
vom Atlantik bis zur ungarischen Donau. Mit der
Teilung des Frankenreiches im Vertrag von Verdun
843 entstand ein Ost- und Westfränkisches Reich
sowie Lothringen. Das Westfränkische Reich
bildete die territoriale Grundlage des späteren
Frankreich. Im Vertrag von Mersen 870 wurde
Lothringen aufgeteilt und das Westfränkische
Reich erwarb einige westlothringische Gebiete. Ab
Mitte des 10. Jahrhunderts zerfiel das
Königreich Frankreich in zahlreiche
Lehnsfürstentümer und kleinere
Herrschaftsbereiche. Im 13. Jahrhundert kam es zu
verstärkten Bemühungen des französischen
Königs um eine innere Einheit Frankreichs. 1337
begann in Folge des Aussterbens des
franzsöischen Königshauses der Kapetinger zum
hundertjährigen Krieg gegen England, da England
den Thron Frankreichs für sich beanspruchte.
Anfänglich konnte England große Gebeite in
Frankreich gewinnen, doch nach dem Auftreten von
Jeanne d'Arc 1429 kommt es zur Wende zugunsten
Frankreichs und Karls VII. 1453 kann der
Hundertjährige Krieg endgültig beendet werden.
Mit einem Friedensvertrag 1475 verliert England
alle französischen Besitzungen, bis auf Calais.
In den folgenden Jahrhunderten kann Frankreich
sein Territorium weiter ausdehnen und erreicht
Ende des 17. Jahrhunderts mit dem Erwerb des
Elsaß den Rhein. Ludwig der XIV. führte Mitte
des 17. Jahrhunderts Frankreich in die absolute
Monarchie. Bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts
beginnt Frankreich mit dem Ausbau eines
Kolonialreiches und erwirbt 1604 Gebiete im
heutigen Kanada und 1682 Lousinana in den
heutigen USA. 1763 muß Frankreich im Frieden von
Paris, der den siebenjährigen Erbfolgekrieg mit
Österreich und Spanien beendete, seine Kolonien
in Amerika an England abtreten und war bis 1830
als Kolonialmacht bedeutungslos. 1789-99 kommt es
zur Französischen Revolution. Im Verlauf der
Revolution kommt es zum Zusammenbruch der
französischen Monarchie und der Proklamation der
Französischen Republik. 1795 besetzt und
annektiert Frankreich die Österreichischen
Niederlande, das heutige Belgien, und macht den
Rhein zur Nordgrenze. 1796 wird Savoyen
annektiert. Am 09.11.1799 kommt Napoléon
Bonaparte durch einen Staatsstreich an die Macht
und läßt sich 1804 zum Kaiser krönen. Im
Frieden von Lunéville 1801 erreicht Napoléon
die Anerkennung der Rheingrenze. Auch in den
Folgejahren kann Napoléon seine Macht in Europa
ausbauen und an den französischen Grenzen
Tochterrepubliken und Vasallenstaaten errichten.
1806 erreicht Napoléon die Zerschlagung des
Deutschen Reiches. Im Frieden zu Preßburg zwingt
er Preußen und Österreich zu
Gebietsabtretungen. Bis 1810 kann Napoléon
nahezu ganz Westeuropa unter seine Herrschaft
bringen. Der Feldzug gegen Rußland 1812 führt
jedoch zum Zusammenbruch seiner Machtstellung und
zu den Befreigungskriegen 1813/14, in denen die
Europäischen Staaten Napoléons Frankreich
besiegen können. Am 31.03.1814 kann das 1789
gestürzte französische Königshaus den Thron
zurückgewinnen. Im 1. Frieden von Paris 1814
werden die, für Frankreich günstigen, Grenzen
nach dem Stand von 1792 festgelegt. Im März 1815
kehrt Napoléon aus seinem Verbannungsort Elba
zurück nach Frankreich und versucht erneut,
seine Herrschaft zu errichten. Er wird jedoch von
den Briten und Preußen entscheidend geschlagen
und nach St. Helena verband. Im 2. Frieden von
Paris und auf dem Wiener Kongreß 1814/15, wird
Frankreich auf die Grenzen von 1790, ohne
Saargebiet, beschränkt. Frankreich wird nun eine
konstitutionelle Monarchie. Der Versuch Karls X.,
1830 die absolute Monarchie wieder herzustellen,
scheitert. 1830 kann Frankreich Algerien erobern.
1848 kommt es in Frankreich zur Februarrevolution
und der Ausrufung der 2. Republik. Im Dezember
1848 wird der Neffe Napoléon Bonapartes, Louis
Napoléon Bonaparte zum Präsidenten gewählt,
der ich 1851 in einem Staatsstreich fast absolute
Macht aneignet und sich im Dezember 1852 zum
erlichen Kaiser proklamieren läßt. Nach dem
Deutsch-Französischem Krieg 1870/71 findet das
Hegemonialstreben des franzsöischen Kaisers ein
Ende und es wird bei Sedan die 3. Republik
proklamiert. Zum Ende des 19. Jahrhunderts baut
Frankreich sein Kolonialreich durch Erwerbungen
in Afrika und Asien aus. Im 1. Weltkrieg wird der
Norden Frankreichs von deutschen Truppen besetzt.
Im Versailler Vertrag erhält Frankreich
Elsaß-Lothringen und besetzt das Rheinland und
die Pfalz. 1926 und 1930 räumt Frankreich die in
Deutschland besetzten Gebiete nach und nach
wieder. Nach dem Angriff Hitlers auf Polen am
01.09.1939 erklärt Frankreich am 03.09.
Deutschland den Krieg. Am 22.06.1940 wird ein
Waffenstillstandsabkommen mit Deutschland
gerschlossen, nachdem Deutschland den Norden und
Westen Frankreichs besetzt hatte. Am 10.07.1940
wird in Vichy, im nichtbesetzten Teil Frankreichs
eine autoritäöre Regierung gebildet, die mit
Deutschland zusammenarbeitet. Nach dem 2.
Weltkrieg wird am 24.12.1946 die 4. Republik
proklamiert und das Kolonilareich in eine
Französische Union umgewandelt. Nach der
Niederlage Deutschlands 1945 erhält Frankreich
eine Besatzungszone in Deutschland, die 1949 ein
Teil der Bundesrepublik Deutschland wird. 1954
zog sich Frankreich nach einem zehnjährigen
Krieg aus Indochina zurück und muß 1956 Marokko
und Tunesien die Unabhängigkeit gewähren. Das
Saarland, das seit 1945 unter französischer
Kontrolle stand, wurde am 01.01.1957 ein Land der
Bundesrepublik Deutschland. Am 04.10.1958 wird
die 5. Republik ausgerufen und in den 60er Jahren
verliert Frankreich nahezu alle Gebiete des
ehemaligen Kolonialreiches. |
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bis 1792 |

1804 - 1815 |

1815 - 1830 |
Darstellung
nicht vorhanden
1830 - 1831 |

1831 - 1852 |

1852 - 1870 |

1870 - 1905 |

1905 - 1953 |

seit 1953 |
| 1789 begann in
Frankreich mit dem Sturm auf die Bastille die
Französische Revolution, die 1792 mit der
Ausrufung der Republik endete. Es wurden alle
Embleme der Monarchie entfernt, auch das
Staatswappen. Frankreich hatte nun bis 1804 kein
Staatswappen mehr. 1804 wurde Frankreich unter
Napoléon Kaiserreich und erhielt wieder ein
Wappen. Es zeigt einen goldenen Adler auf einem
Donnerkeil sitzend. Umgeben ist das Emblem von
der Großmeisterkette der Ehrenlegion, die
Napoléon 1802 stiftete, als Ersatz für den
Orden des Königreichs, der 1791 aufgehoben
wurde. Hinter dem Emblem kreuzen sich zwei
Zepter, über dem Emblem liegt ein Helm. Das
Ganze liegt auf einem blauen Wappenmantel, auf
dem statt der Lilien wie im Königreich, Bienen,
das Zeichen der Bonarpartes, abgebildet sind. Auf
dem Wappenmantel liegt die Kaiserkrone. 1815,
nach dem Sturz Napoléons, wurde noch einmal das
Wappen des Königreichs wiederhergestellt. Es
zeigt drei goldene Lilien auf blauen Grund,
umgeben vom Orden des Königreichs. Dahinter
kreuzen sich zwei Zepter. Das Ganze liegt auf
einem Wappenmantel mit bestickten Lilien, auf dem
die Königskrone liegt. 1830 brach die
Julirevolution aus, die mit der Wahl des
"Bügerkönigs" Louis Philippe von
Orléans und zugunsten der Monarchie endete. Das
Wappen wurde geändert und der Wappenschild von
Orléans genommen. 1831 verschwand die Lilie als
Wappenemblem. Sie wurden durch eine Tafel mit den
ersten vier Artikeln der Charta ersetzt. 1848
wurde die Monarchie gestürzt und die 2. Republik
ausgerufen. Das Wappen wurde zunächst
beibehalten. Louis Napoléon Bonarparte (Neffe
von Napoléon I.) wurde Präsident. 1852 wurde
das Kaiserreich nochmals wiederbelebt, als Louis
Napoléon Bonarparte sich zum Kaiser Napoléon
III krönen ließ. 1870 wurde Napoléon III.
gestürzt und die 3. Republik ausgerufen. Als
Staatssymbol wurde ein Staatssiegel geschaffen.
Ein Staatswappen wurde nicht benannt. Es wurde
jedoch ein Zeichen genutzt, das die goldenen
Buchstaben R und F (für Republique Francaise)
auf blauen Grund zweigt, die von einem
Lorbeerkranz umgeben sind. Beseitet ist das
Emblem von zwei Flaggendrapierungen. Darunter
kreuzen sich ein Oliven- und ein Eichenzweig.
Unter Dem Ganzen hängt das Abzeichen der
Ehrenlegion. 1905 wurde erstmals ein Emblem für
internationale Anlässe bestimmt. Es zeigt ein
Liktorenbündel in einem blauen Oval. Darüber
kreuzen sich ein Oliven- und ein Eichenzweig. Auf
dem Liktorenbündel, liegt ein Schriftband mit
der Aufschrift Liberté, Egalié, Fraternité.
1953 wurde das Embelm modifiziert. Es wurden je
ein weiterer Oliven- und Eichenzweig hinzugefügt
und das Oval wurde von der Großmeisterkette mit
dem Abzeichen der Ehrenlegion umgeben. |
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Diese Seite wurde am 20.03.02 aktualisiert.
Sämtliche
Zeichnungen, Grafiken und Bilder
wurden erstellt von Christian Siemer
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